Die Rolle der Feuerwehr in den Gemeinden und für Haus & Hof
- Kai Nikolaus Grüne
- 2. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Juni
Freiwillige Feuerwehr Damp-Dorotheenthal
Im Gespräch mit Michael Leckband, dem Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Damp-Dorotheenthal, wird deutlich, welche Bedeutung das Ehrenamt für die Sicherheit und den Zusammenhalt in der Region hat. Anlass des Interviews sind das 135-jährige Bestehen der Wehr sowie die Einweihung des neuen Gerätehauses am 13.6. ab 12 Uhr. Die moderne Feuerwache und die zeitgemäße Ausstattung schaffen nicht nur bessere Bedingungen für Einsätze und Ausbildung, sondern sollen auch dazu beitragen, neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen.
Michael berichtet von den großen Veränderungen, die die Feuerwehr in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Moderne Technik spielt heute eine immer größere Rolle, gleichzeitig bleibt der Mensch der entscheidende Faktor. Ohne engagierte Frauen und Männer, die ihre Freizeit für das Gemeinwohl einsetzen, könne keine freiwillige Feuerwehr funktionieren.

Besonders eindrücklich schildert Michael die Ostsee-Sturmflut als prägendsten Einsatz seiner Laufbahn. Über mehrere Tage hinweg waren die Einsatzkräfte im Dauereinsatz und mussten erleben, wie die Naturgewalten zeitweise stärker waren als alle verfügbaren Mittel. Die Ereignisse haben gezeigt, wie wichtig Kameradschaft, Zusammenhalt und verantwortungsvolle Entscheidungen im Einsatz sind.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Nachwuchsgewinnung. Die Feuerwehr ist auf Menschen angewiesen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Unterstützung erhält die Wehr dabei von örtlichen Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden für Einsätze freistellen, sowie von der Jugendfeuerwehr, die junge Menschen früh an das Ehrenamt heranführt.
Neben seiner Tätigkeit als Wehrführer spricht Michael auch über seine enge Verbundenheit mit der Region. Die Nähe zur Ostsee, die Natur und das starke Gemeinschaftsgefühl machen für ihn den besonderen Charakter seiner Heimat aus. Zum Abschluss wirbt er dafür, die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr stärker wertzuschätzen und selbst aktiv zu werden. Jede helfende Hand werde gebraucht, um die Einsatzbereitschaft und den Zusammenhalt auch in Zukunft zu sichern.

Freiwillige Feuerwehr Sieseby
Das Gespräch mit der Freiwilligen Feuerwehr Sieseby und Wehrführer Volker Blunck zeigt, wie eng Feuerwehr, Dorfgemeinschaft und Heimatgefühl miteinander verbunden sind. Die 1890 gegründete Wehr zählt aktuell 26 aktive Mitglieder und konnte zuletzt vier neue Kameraden gewinnen. Dennoch bleibt die Mitgliedergewinnung eine zentrale Herausforderung, da sich die Bevölkerungsstruktur im Dorf zunehmend verändert.
Die Feuerwehr versteht sich dabei nicht nur als Organisation für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistungen, sondern auch als wichtiger gesellschaftlicher Treffpunkt. In einer Zeit, in der viele traditionelle Vereine verschwinden, trägt die Feuerwehr wesentlich dazu bei, Gemeinschaft und Zusammenhalt im Dorf zu erhalten.
Im Gespräch wird deutlich, wie vielfältig die Aufgaben der Wehr heute sind. Neben klassischen Brandeinsätzen gehören technische Hilfeleistungen, Unterstützung des Rettungsdienstes und zunehmend auch Vegetationsbrände zum Alltag. Gerade die trockeneren Sommer und die landwirtschaftlich geprägte Umgebung stellen die Einsatzkräfte vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig wird die moderne Technik des Einsatzfahrzeugs vorgestellt, das speziell auf die Anforderungen des ländlichen Raums ausgelegt ist.
Besonders intensiv wird über die Entwicklung des Dorfes gesprochen. Viele junge Menschen verlassen die Region für Ausbildung oder Beruf, während gleichzeitig immer mehr Häuser als Zweitwohnsitze genutzt werden. Dadurch verändert sich das Dorfleben spürbar. Die Feuerwehr sieht sich deshalb nicht nur als Sicherheitsorganisation, sondern auch als Bewahrerin von Gemeinschaft und lokaler Identität.
Trotz aller Veränderungen überwiegt die Zuversicht. Die Mitglieder beschreiben Sieseby als ihre Heimat und die Feuerwehr als einen zentralen Ort des Miteinanders. Sie ist für viele weit mehr als eine Einsatzorganisation – sie ist ein Stück Dorfkultur, das hilft, Nachbarschaft, Verantwortung und Zusammenhalt lebendig zu halten.

Gemeinsames Fazit
Beide Feuerwehren zeigen auf unterschiedliche Weise, wie wichtig freiwilliges Engagement für das Leben im ländlichen Raum ist. Während in Damp-Dorotheenthal die moderne Ausrichtung und die Bewältigung großer Einsatzlagen wie der Ostsee-Sturmflut im Mittelpunkt stehen, wird in Sieseby besonders die Rolle der Feuerwehr als Herzstück des Dorflebens sichtbar. Gemeinsam ist beiden Wehren die Herausforderung, genügend Menschen für das Ehrenamt zu begeistern und gleichzeitig Gemeinschaft, Sicherheit und Heimatgefühl für kommende Generationen zu erhalten.
Das ganze Interview finden Sie in Kürze hier.



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